Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft

Stuttgart / Heilbronn – Was macht Stromspeicher zu elementaren Bausteinen für eine erfolgreiche Energiewende? Der stetige Ausbau dezentraler Erzeugungsanlagen und ihre je nach Wetterlage unterschiedliche Einspeisung ins Stromnetz verursachen natürliche Schwankungen. Diese müssen unter anderem durch Speicher so effizient wie möglich ausgeglichen werden. Bosch und EnBW entwickeln nun gemeinsam einen Stromspeicher, der am Kraftwerksstandort der EnBW in Heilbronn aufgebaut wird, um sogenannte Primärregelenergie bereitzustellen, also kurzfristige Schwankungen im Netz auszugleichen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit bei Batterielösungen für den Energiemarkt. Im ersten Schritt wollen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Projektgesellschaft gründen, die für Projektierung, Bau, Anschluss und Betrieb der Batterie verantwortlich ist. Der Startschuss für das Vorhaben fiel Ende 2016, die Gründung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

„Weiterer wichtiger Schritt, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten“

„Die Zusammenarbeit mit EnBW ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Speichertechnologie im Energiemarkt zu etablieren und so die Energiewende erfolgreich zu gestalten“, sagt Cordelia Thielitz, Geschäftsführerin Bosch Energy Storage Solutions. Bosch entwickelt schlüsselfertige Speicherlösungen für Energieversorger und Industrieunternehmen. Die EnBW treibt entschlossen die Energiewende voran, indem sie zunehmend auf erneuerbare Energien setzt, aber auch, indem sie Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität schafft und Stromkunden mit Photovoltaik-Anlagen und Speichern von den Möglichkeiten einer dezentralen Stromversorgung profitieren lässt.

„Im Speichern von Energie und dem Bereitstellen von Primärregelleistung haben wir viel Erfahrung. Wir freuen uns, dass wir durch die Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Bosch jetzt einen weiteren Baustein für die dezentrale Energiewelt der Zukunft entwickeln und erproben können“, erklärt Dr. Arnim Wauschkuhn, Vertriebsleiter Engineering & Consulting Services und bei der EnBW verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Bosch im Bereich Batteriesysteme.

Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen

Der Stromspeicher in Heilbronn besteht aus 768 Lithium-Ionen-Batteriemodulen und verfügt über eine maximale Leistungsabgabe von rund fünf Megawatt mit einer installierten Speicherkapazität von fünf Megawattstunden. Lithium-Ionen-Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen und sind daher bestens geeignet, Primärregelleistung zu erbringen. Der Speicher erbringt knapp ein Fünftel der Regelleistung eines großen Kraftwerks und kann diese innerhalb von Sekunden und exakt dosiert aufnehmen oder abgeben. Die Strommenge, die der Speicher dabei pro Jahr aufnimmt und abgibt, entspricht etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 400 Zwei-Personen-Haushalten.

Bosch ist für die Planung und Realisierung des Batteriesystems zuständig, die EnBW ist für Bauleistungen und den Netzanschluss am Standort verantwortlich. Nach einer Testphase soll der Speicher am Regelenergiemarkt eingesetzt werden. Künftig wird die Anlage Primärregelleistung erbringen und damit die Netzstabilität sichern. Die Primärregelleistung ist erforderlich, um die Netzfrequenz von 50 Hertz stabil zu halten. Sie muss innerhalb von Sekunden zur Verfügung stehen. Die Vermarktung des Speichers an den relevanten Märkten übernimmt die Stromhandelsabteilung der EnBW in Karlsruhe.

Partner in der Energiewende:
Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer, Mitglied des Vorstands der EnBW (links), und Dr.-Ing. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, freuen sich auf eine enge Zusammenarbeit bei Batterie- lösungen für den Energiemarkt.
/ Bild: Robert Bosch GmbH
Kategorien: Unternehmen

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